Wenn ich über Hautpflege spreche, denke ich nicht nur an Cremes und Seren. Ich denke auch an das, was täglich in die Tasse kommt. Denn Zellschutz beginnt nicht erst auf der Hautoberfläche, sondern im Inneren.
Unsere Haut ist ständig freien Radikalen ausgesetzt. UV-Strahlung, Umweltbelastung, Stress und unausgewogene Ernährung erhöhen den oxidativen Stress im Körper. Diese freien Radikale greifen Zellstrukturen an, beschleunigen Alterungsprozesse und können auch die Entstehung von Pigmentflecken begünstigen.
Antioxidantien sind die natürlichen Gegenspieler dieser Prozesse. Und bestimmte Tees liefern davon erstaunlich viel.
Grüner Tee gehört zu den stärksten antioxidativen Getränken überhaupt. Er enthält Catechine, insbesondere EGCG, die freie Radikale neutralisieren können. Studien zeigen, dass grüner Tee die Haut vor lichtbedingten Schäden unterstützen kann. Zwei bis drei Tassen täglich sind eine sinnvolle Menge. Wichtig ist, ihn nicht mit kochendem Wasser zu übergießen, sondern mit etwa 70 bis 80 Grad, damit die empfindlichen Wirkstoffe erhalten bleiben.
Weißer Tee ist noch milder, enthält jedoch ebenfalls eine hohe Konzentration an Polyphenolen. Er eignet sich besonders für empfindliche Menschen oder als sanfte Alternative am Nachmittag.
Hibiskustee ist reich an Vitamin C und wirkt zusätzlich leicht entzündungshemmend. Seine intensive rote Farbe verrät bereits seinen hohen Gehalt an antioxidativen Pflanzenstoffen. Gerade bei fahler, müder Haut kann er eine schöne Unterstützung sein.
Cistus-Tee, auch Zistrosentee genannt, wird in der Naturheilkunde wegen seines außergewöhnlich hohen Polyphenolgehalts geschätzt. Er unterstützt die körpereigene Abwehr gegen oxidativen Stress und kann langfristig zu einem stabileren Hautbild beitragen.
Brennnesseltee wirkt stoffwechselanregend und unterstützt die Ausleitung. Wenn ich mit Kundinnen arbeite, die zu Unreinheiten oder einem fahlen Teint neigen, kann eine zeitlich begrenzte Brennnesselkur von zwei bis drei Wochen sinnvoll sein.
Auch Ingwer-Zitronen-Aufgüsse sind wertvoll. Ingwer wirkt entzündungshemmend und durchblutungsfördernd und die Zitrone liefert Vitamin C. Eine gute Durchblutung bedeutet bessere Nährstoffversorgung der Hautzellen.
Wichtig ist dabei immer die Regelmäßigkeit. Ein einzelner Tee wirkt nicht wie ein Wunder. Doch tägliche Gewohnheiten verändern den Stoffwechsel spürbar. Zwei bis drei Tassen antioxidativer Tee am Tag können den Zellschutz deutlich unterstützen besonders in Kombination mit einer antioxidantienreichen Ernährung.
Was ich weniger empfehle, sind stark gesüßte Getränke oder industriell verarbeitete Säfte. Zucker fördert entzündliche Prozesse und kann die Hautalterung beschleunigen. Auch übermäßiger Kaffeekonsum kann bei empfindlichen Menschen Stressreaktionen verstärken.
Wer reines Wasser geschmacklich langweilig findet, kann es mit frischer Minze, Zitronenscheiben, Beeren oder Gurke aromatisieren. So bleibt die Basis gesund, erhält aber eine sanfte Geschmacksnote.
Für mich ist Hautpflege immer ein Zusammenspiel aus Schutz, Nährstoffen und bewussten Entscheidungen im Alltag. Antioxidative Tees sind eine einfache, natürliche Möglichkeit, die Haut von innen zu stärken und ihr zu helfen, lichtbedingte Belastungen besser auszugleichen.
Zellschutz beginnt nicht im Badezimmerschrank, sondern oft ganz leise mit einer warmen Tasse in der Hand.
Gabriele Baum
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