Ernährung bei Akne

 

Akne ist kein reines Hautproblem. Sie ist oft Ausdruck innerer Prozesse hormonell, entzündlich und stoffwechselbedingt. Natürlich spielen Pflege, Darm, Stress und Hormone eine Rolle. Doch die Ernährung hat einen enormen Einfluss auf Entzündungsprozesse, Talgproduktion und Hautregeneration.

Ich sehe immer wieder: Wenn sich die Ernährung verändert, verändert sich auch das Hautbild.

 

Warum Ernährung bei Akne so entscheidend ist

Akne entsteht durch eine Kombination aus erhöhter Talgproduktion, Verhornungsstörungen, Bakterienbesiedelung und Entzündung. Bestimmte Lebensmittel können genau diese Prozesse verstärken und andere können sie beruhigen.

Ein zentraler Faktor ist der Blutzucker. Lebensmittel mit hohem glykämischen Index, also Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, Softdrinks oder stark verarbeitete Snacks lassen den Insulinspiegel schnell ansteigen. Insulin wiederum beeinflusst Hormone wie IGF-1, die die Talgdrüsenaktivität erhöhen können. Mehr Talg bedeutet mehr Verstopfung, mehr Entzündung und mehr Unreinheiten.

Milchprodukte können bei manchen Menschen Akne ebenfalls verstärken, da sie hormonell wirksame Substanzen enthalten. Nicht jede Haut reagiert darauf aber es lohnt sich, es individuell zu beobachten.

Entzündungshemmende Ernährung – die Basis

Bei Akne steht für mich immer eine entzündungshemmende Ernährung im Vordergrund. 

– viel frisches Gemüse
– hochwertige Fette
– ausreichend Eiweiß
– wenig Zucker
– wenig stark verarbeitete Produkte

Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungsregulierend. Gute Quellen sind Leinöl, Walnüsse, Chiasamen oder fetter Seefisch. Sie unterstützen die Hautbarriere und können Rötungen reduzieren.

Zink ist ein wichtiger Mineralstoff bei Akne. Er wirkt entzündungshemmend und regulierend auf die Talgproduktion. Zink steckt in Kürbiskernen, Haferflocken, Linsen und Nüssen.

Vitamin A unterstützt die Hauterneuerung. Es ist in Karotten, Süßkartoffeln und grünem Blattgemüse enthalten. Wichtig ist die Kombination mit etwas Fett, damit es gut aufgenommen wird.

Auch die Darmgesundheit spielt eine Rolle. Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi oder Naturjoghurt (wenn Milch vertragen wird) können das Mikrobiom unterstützen.

Rezeptideen bei akneanfälliger Haut

Hautberuhigender Frühstücksstart
Haferflocken mit Mandelmilch, einer Handvoll Heidelbeeren, gemahlenen Leinsamen und etwas Zimt. Diese Kombination stabilisiert den Blutzucker und liefert Omega-3 sowie Antioxidantien.

Entzündungshemmende Linsen-Gemüse-Bowl
Rote Linsen, gedünsteter Brokkoli, Zucchini, Avocado, Kürbiskerne und ein Dressing aus Olivenöl und Zitronensaft. Reich an Zink, Ballaststoffen und gesunden Fetten.

Grüner Ausgleichs-Smoothie
Spinat, Gurke, eine halbe Kiwi, etwas Ingwer, Petersilie und Wasser oder ungesüßte Mandelmilch. Unterstützt Leber, Darm und antioxidativen Schutz.

Süßkartoffel mit Ofengemüse und Tahin-Sauce
Beta-Carotin, pflanzliches Eiweiß und hochwertige Fette wirken regulierend auf die Hauterneuerung.

Quinoa-Gemüse-Pfanne mit Kurkuma

Quinoa liefert hochwertiges pflanzliches Eiweiß und stabilisiert den Blutzucker.
Mit Zucchini, Brokkoli, Karotten und etwas Kurkuma in Olivenöl sanft anbraten. Am Ende frische Petersilie und ein Spritzer Zitrone darüber geben. Kurkuma wirkt entzündungshemmend, Olivenöl liefert antioxidative Fettsäuren.

Kichererbsen-Avocado-Salat

Gekochte Kichererbsen, gewürfelte Avocado, Gurke, rote Paprika und Rucola mischen.
Dressing aus Olivenöl, Zitronensaft und etwas Tahin.
Kichererbsen liefern Zink und Ballaststoffe, Avocado gesunde Fette zur Regulation der Hautbarriere.

Ofengemüse mit Kürbiskernen

Süßkartoffel, Fenchel, Brokkoli und rote Zwiebeln im Ofen garen.
Nach dem Backen mit gerösteten Kürbiskernen bestreuen.
Kürbiskerne sind reich an Zink – ein wichtiger Mineralstoff bei Akne.

Lachs mit grünem Spargel

Ein kleines Stück Lachs im Ofen garen, dazu grünen Spargel und etwas Zitronen-Olivenöl.
Lachs liefert Omega-3-Fettsäuren, die entzündliche Prozesse regulieren können.

Wenn kein Fisch gewünscht ist, alternativ Leinöl über einen warmen Linsensalat geben.

Hautfreundliche Abend-Suppe

Rote Linsen mit Karotten, Sellerie, etwas Ingwer und Kurkuma kochen.
Zum Schluss einen Teelöffel Kokosöl unterrühren.
Wärmend, entzündungshemmend und darmfreundlich.

Zuckerarme Energie-Kugeln

Gemahlene Mandeln, etwas ungesüßtes Kakaopulver, Chiasamen und ein Löffel Mandelmus mischen.
Zu kleinen Kugeln formen.
Eine Alternative zu Süßigkeiten ohne starken Blutzuckeranstieg.

Darmstärkender Joghurt-Alternative

Ungesüßter Kokos- oder Mandeljoghurt mit Heidelbeeren, Leinsamen und ein paar gehackten Walnüssen.
Ballaststoffe, gesunde Fette und Antioxidantien unterstützen Darm und Haut.

 

Was ich eher reduziere

– Zucker und Süßigkeiten
– Weißmehlprodukte
– stark verarbeitete Fertigprodukte
– übermäßigen Milchkonsum (individuell testen)
– sehr fettreiche, frittierte Speisen

 

Es geht nicht um radikale Verbote sondern um Balance und Beobachtung. Jede Haut reagiert anders.

 

Auch trinken zählt

Neben Wasser können grüner Tee oder Brennnesseltee unterstützend wirken. Grüner Tee liefert Antioxidantien, Brennnessel unterstützt die Ausleitung.

Akne braucht Geduld. Die Haut erneuert sich etwa alle 28 Tage. Veränderungen durch Ernährung zeigen sich deshalb nicht über Nacht, sondern über Wochen. Hautpflege endet nicht bei der Creme. Sie beginnt im Darm, im Hormonhaushalt, im Umgang mit Stress und auf dem Teller.

Akne ist kein Makel sie ist ein Signal. Und wenn ich beginne, dieses Signal ernst zu nehmen, kann sich sehr viel verändern.

Gabriele Baum

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