Haut und Wechseljahre

 

Viele Frauen sind irritiert, wenn sich ihre Haut in den Wechseljahren verändert. Produkte, die jahrelang gut funktioniert haben, reichen plötzlich nicht mehr aus. Die Haut wird trockener, dünner, empfindlicher oder zeigt auf einmal Unreinheiten, die man zuletzt in der Jugend hatte. Mit Beginn der Peri- und Menopause sinkt der Östrogenspiegel. Östrogen ist jedoch eines der wichtigsten Hormone für die Haut. Es fördert die Kollagenbildung, unterstützt die Feuchtigkeitsbindung, stärkt die Hautbarriere und verbessert die Durchblutung. Wenn Östrogen abnimmt, reduziert sich die Kollagenproduktion deutlich. Studien zeigen, dass in den ersten fünf Jahren nach der Menopause bis zu 30 Prozent des Kollagens verloren gehen können. Die Haut wird dadurch dünner, weniger elastisch und verliert an Spannkraft. Gleichzeitig nimmt die körpereigene Hyaluronsäure ab. Die Haut speichert weniger Feuchtigkeit. Sie wirkt trockener, manchmal pergamentartig, reagiert schneller gereizt und zeigt feine Linien deutlicher.

Viele Frauen bemerken außerdem

– mehr Trockenheit und Spannungsgefühle

– erhöhte Empfindlichkeit

– Rötungen

– verlangsamte Regeneration

– plötzliche Unreinheiten im Kinn- und Wangenbereich

Mit dem Absinken des Östrogens verschiebt sich das Verhältnis zu den Androgenen. Diese wirken talganregend. Die Haut kann dadurch gleichzeitig trockener und unreiner werden, ein scheinbarer Widerspruch, der hormonell jedoch logisch ist. In dieser Lebensphase braucht die Haut Unterstützung von innen.

Gute Fette sind entscheidend. Omega-3-Fettsäuren stärken die Zellmembranen und reduzieren Entzündungsneigung. Hochwertige Öle, Nüsse, Samen und fetter Fisch sind wertvoll.

Eiweiß wird wichtiger denn je. Kollagen besteht aus Aminosäuren. Ohne ausreichende Proteinzufuhr kann der Körper keine stabile Struktur aufbauen.

Mikronährstoffe wie Vitamin C, Zink, Selen, Silizium und B-Vitamine unterstützen Regeneration und Hormonstoffwechsel.

Auch die Darmgesundheit spielt eine Rolle. Ein stabiler Darm hilft, Östrogen sinnvoll zu verstoffwechseln und Entzündungsprozesse niedrig zu halten.

Und dann ist da noch das Nervensystem. Viele Frauen erleben in dieser Phase zusätzlich berufliche, familiäre oder emotionale Veränderungen. Dauerstress verstärkt Trockenheit, Rötungen und Regenerationsschwäche erheblich.

Schlaf wird zu einem zentralen Heilfaktor. In der Tiefschlafphase laufen Reparaturprozesse, die für Hauterneuerung entscheidend sind.

In den Wechseljahren verändert sich nicht nur die Haut auch ihre Bedürfnisse. Die Reinigung sollte besonders mild sein. Schäumende, entfettende Produkte schwächen die ohnehin empfindlichere Barriere. Die Pflege darf reichhaltiger sein, aber nicht okklusiv. Die Haut braucht Lipide, Ceramide und feuchtigkeitsbindende Substanzen wie Hyaluron oder Glycerin, um ihre Schutzfunktion zu stabilisieren. Antioxidantien wie Vitamin C oder E schützen vor freien Radikalen, die in dieser Phase verstärkt wirken können. Sanfte Massagen regen die Durchblutung an und unterstützen den Lymphfluss. Berührung wirkt nicht nur mechanisch sie beruhigt auch das Nervensystem. Regelmäßige, aber nicht aggressive Peelings können die Zellerneuerung unterstützen, da sich der Zellumsatz im Alter verlangsamt. Hier ist Fingerspitzengefühl wichtiger als Stärke.

Viele Frauen beginnen, gegen ihre Haut zu arbeiten. Sie möchten die Veränderungen aufhalten, kontrollieren oder unsichtbar machen. Doch Wechseljahre sind kein Defekt. Sie sind eine Umstellung. Die Haut wird feiner, sensibler, oft auch ehrlicher. Sie reagiert schneller auf Lebensstil, Ernährung, Stress und emotionale Balance. Wenn innere Stabilität wächst, verändert sich auch das Hautbild. Nicht zurück zur Haut mit 30 sondern hin zu einer ruhigen, klaren, gepflegten Reife.

Was jetzt wirklich wichtig ist, ist nicht mehr an Produkten sondern mehr Verständnis für die Prozesse im Körper. Pflege darf unterstützen, Ernährung darf aufbauen und Ruhe darf regenerieren.

In meiner Praxis arbeite ich mit hochwertigen Pflegekonzepten, unter anderem mit den Produkten von Sothys. Diese verbinden moderne Wirkstoffforschung mit einem ganzheitlichen Pflegeansatz besonders auch für die Bedürfnisse reifer Haut. Doch kein Produkt ersetzt das Verständnis für die inneren Prozesse. Deshalb verbinde ich professionelle Pflege immer mit einem Blick auf Hormone, Stresslevel, Ernährung und Lebensstil. Wenn du unsicher bist, was deine Haut jetzt wirklich braucht, begleite ich dich gerne individuell.

Gabriele Baum

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